Ein Kurs gegen Stress?

Wir testen wieder ein neues Format: Ein Online Video Kurs zur Bewältigung und Prävention von Stress. Was halten Sie davon?

Stress ist allgegenwärtig und doch sehr individuell. Über 61% der Befragten der letzten TK Stress-Studie gaben an, oft oder zumindest manchmal gestresst zu sein. Die meisten von uns wünschen sich auch weniger Stress — und sehen diesen als Hindernis für ein erfülltes Leben. Und je länger der Stress andauert, umso mehr steigt das Risiko eines Burn-out.

zentor hat den Anspruch ein digitale Mentor für ebendies — ein erfülltes Leben — zu sein. Dabei vermitteln wir sowohl Inspiration & relevantes Wissen und unterstützen zusätzlich bei der Umsetzung. Ein Format, das sich gut bewährt hat sind interaktive Videos, die wir nun zu einem ersten "Online Kurs" zusammenführen wollen — und zum Start speziell zu einem Kurs zur Bewältigung und Prävention von Stress.

Wie immer testen wir neue Formate mit Kunden d.h. Sie bekommen druckfrisch einen Einblick in unsere aktuelle Produkt-Entwicklung — und umgekehrt suchen wir Kandidaten, die dies ausprobieren, und uns durch ihr Feedback helfen, den Kurs für Sie besser zu gestalten. Hier finden Sie das erste Kapitel zu dem Kurs:

https://www.youtube.com/watch?v=jWteyTJ6wh8

Was halten Sie von diesem ersten Kapitel? Was gefällt Ihnen, was würden Sie anders machen? Wir freuen uns über jegliche Kommentare — entweder unter dem Beitrag direkt oder per email an valentin(at)zentor.me.

Herzlichen Dank im Voraus!

Ausgewählte Quellen:

TK-Stressstudie. (2016). Entspann dich, Deutschland. Retrieved from https://www.tk.de/resource/blob/2026630/9154e4c71766c410dc859916aa798217/tk-stressstudie-2016-data.pdf


3. Munich Happiness Research Meetup

Es ist nach langer Wartepause endlich wieder so weit: Unser 3. Happiness Research Meetup mit dem Thema "Happiness vs. Burn-out", findet statt!

Wann: Mittwoch, 04.12. um 18:00 Uhr
Wo: Bei LV 1871 in der Maximiliansplatz 5, 80333 München (Stachus)

https://www.meetup.com/Munich-Happiness-Research/events/266315606/

Wir alle suchen unser Lebensglück, aber der Weg dorthin ist oft mühsam und kostet Zeit. Wir versuchen täglich unser Bestes zu geben – für den Job, die Menschen, die uns wichtig sind, die Gesellschaft, in der wir leben und die Umwelt, die wir schützen wollen.

Wie können wir dann unser Glück finden ohne vorher „auszubrennen“? Wir gehen der Frage nach, wie diese beiden Pole zusammenhängen, und was wir selbst dazu beitragen können, gesund und glücklich zu bleiben. 

Erwarten Sie einen Abend mit inspirierenden Vorträgen, etwas Forschung, einem interaktiven Mini-Workshop und spannenden Diskussionen.

Wir freuen uns darauf, Sie dort persönlich zu treffen!


Wo das Glück wohnt

Werden die Deutschen immer glücklicher?

Pünktlich zum Mauerfall-Jubiläum kommt die gute Nachricht: Deutschland wird so zufrieden wie nie. Noch nie war die Lebenszufriedenheit der Deutschen so hoch wie 2019. (vgl. Post Glücksatlas 2019). Sie liegt aktuell bei 7,14 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10. Das ostdeutsche Glücksniveau stieg auf das Allzeithoch von 7,0 Punkten, das ist der höchste Wert, der jemals seit dem Mauerfall vor 30 Jahren gemessen wurde. Der Unterschied zwischen Ost und West löst sich zunehmend auf.

Der diesjährige Anstieg ist auch deshalb bemerkenswert, als dass gefühlt negativ besetzte Themen wie Klimawandel, drohender Konjunkturrückgang, weltweite Krisenherde und der zunehmende Rassismus in Deutschland die beherrschenden Themen in den Medien sind. Umso schöner und erstaunlicher ist es doch, dass Menschen, wenn man sie gezielt fragt, wie zufrieden sie eigentlich mit ihren Lebens- und Arbeitsumständen sind, mehrheitlich antworten: wir sind zufrieden — auf einer Skala von 0 bis 10 bei einer überdurchschnittlichen 7.

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Schleswig-Holstein führt, wie in den vergangenen Jahren auch, die Rangliste der glücklichsten Deutschen an, gefolgt von einem aufstrebenden Hessen; das Schlusslicht bildet erneut Brandenburg. Und jetzt stellt sich die spannende Frage: was ist in Schleswig-Holstein anders und was können wir von der glücklichsten Region Deutschlands lernen? Die Menschen in Schleswig-Holstein schätzen ihre Wohn- und Freizeitsituation als überdurchschnittlich glücklich ein und sind — obwohl die Anzahl der über 65 jährigen über dem Bundesdurchschnitt liegt — sehr zufrieden mit ihrem Gesundheitszustand. Auffällig ist außerdem, dass mehr Menschen als im Bundesdurchschnitt in Familien oder festen Partnerschaften leben. Die Grundpfeiler für die Lebenszufriedenheit in Schleswig-Holstein sind gemeinsame (Freizeit) Erlebnisse, gute Gesundheit, Familie und soziale Beziehungen.

Überdurchschnittliches Einkommen macht nicht überdurchschnittlich glücklich

Hohes Pro-Kopf-Einkommen wie im wohlhabenden Baden-Württemberg ist indes kein Indikator für Lebenszufriedenheit. Auch wenn man intuitiv erwarten würde, dass Menschen mit höherem Einkommen auch glücklicher und zufriedener sind, findet sich aus wissenschaftlicher Sicht keine Bestätigung für einen solchen Zusammenhang (vgl. Easterlin et al. 2010). Durch empirische Studien unter dem Begriff "Happiness-Income-Paradox" fanden Forscher, dass eine Veränderung des Bruttosozialprodukts über die Zeit keine Veränderung der Lebenszufriedenheit der Menschen bedeutet, d.h. im Klartext, steigt der durchschnittliche Wohlstand eines Landes, erhöht sich also das Bruttosozialprodukt, führt das nicht zu einer Erhöhung der Lebenszufriedenheit der Menschen, zumindest wenn das Einkommen über einem bestimmten Schwellenwert liegt. In den USA liegt dieser Schwellenwert z.B. bei ca. 75.00 US Dollar, das entspräche gut 60.000 € Bruttohaushaltseinkommen jährlich. Habe ich mehr als den Schwellenwert zur Verfügung trägt eine Steigerung des Einkommens nicht zu mehr Glück und Zufriedenheit bei (vgl. Kahnemann & Deaton, 2010). Der Glaube, dass ich, wenn ich mir den teureren Urlaub, das bessere Auto oder die größere Wohnung leisten kann endlich glücklich und zufrieden bin, ist leider ein Irrglaube, und dennoch streben wir immer nach mehr.

Gesundheit, Familie und gemeinsame Erlebnisse machen glücklich

Mit ihrer Einschätzung, dass Erlebnisse, Gesundheit und soziale Beziehungen ausschlaggebend für das eigene Glück sind, sind die Schleswig-Holsteiner nicht allein, vielmehr bestätigen sie auf eindrucksvolle Weise Erkenntnisse der Glücksforschung. Eine Studie, die sich mit der Frage beschäftigt hat, was Menschen glücklicher macht — ein kürzlich Erlebnis oder ein materieller Kauf — kommt zu dem Schluss, dass uns Erlebnisse zufriedener machen (vgl. z.B. Van Boven & Gilovich, 2003). Auch Waldinger & Schulz (2010) berichten in einer Langzeitstudie, dass „[...] ein direkter Zusammenhang besteht zwischen Zeit, die mit Anderen verbracht wurde [...] und täglichem Glücksempfinden“. Sie können also mit gutem Gewissen die nächsten Konzertkarten oder Fußballtickets erstehen, wissenschaftlich gesehen tun Sie sich wahrscheinlich mehr Gutes, als das Geld in teure Klamotten oder das nächste Gadget zu investieren. Und vielleicht erleichtern diese Ergebnisse ja auch die Auswahl der anstehenden Weihnachtsgeschenke…

Auch der positive Einfluss von sozialen Bindungen auf die Gesundheit ist gut belegt. So berichten Waldinger et al. (2014), dass soziale Bindungen ein Schlüssel für Gesundheit und Wohlbefinden sind. Genau diese Kombination scheinen überdurchschnittlich viele Schleswig-Holsteiner bei sich vorzufinden. Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen sozialen Kontakten und sozialer Bindung, gemeint sind tragfähige, stabile Beziehungen — in der Partnerschaft, genauso wie in der Familie oder im Freundeskreis — und nicht die Anzahl an Facebook-Freunden und Fitnessstudio-Kontakten. Anders ausgedrückt, welcher Person in ihrem sozialen Umfeld würden Sie erzählen, wie es ihnen gerade wirklich geht? Angenommen, es ginge Ihnen nicht gut, wen würden Sie nachts um drei anrufen? Wahrscheinlich werden Ihnen — im Glücksfall — zwei oder drei Personen einfallen, mit denen Sie sich sehr wohl fühlen. Vielleicht ist es an der Zeit, diesen Personen zu sagen, wie wertvoll sie für Sie sind, und das nächste gemeinsame Event miteinander zu planen – wie wäre es beispielsweise mit einem Urlaub in Schleswig-Holstein ….?

Quellen:

  • Deutsche Post Glücksatlas 2019, Bonn
  • Easterlin, R. A., McVey, L. A., Switek, M., Sawangfa, O., & Zweig, J. S. (2010). The happiness-income paradox revisited. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 107(52), 22463–8.
  • Kahneman, D., & Deaton, A. (2010). High income improves evaluation of life but not emotional well-being. Proceedings of the National Academy of Sciences, 107(38), 16489–16493.
  • Van Boven, L., & Gilovich, T. (2003). To Do or to Have? That Is the Question. Journal of Personality and Social Psychology, 85(6), 1193–1202. http://doi.org/10.1037/0022-3514.85.6.1193
  • Waldinger, R. J., Cohen, S., Schulz, M. S., & Crowell, J. A. (2014). Security of Attachment to Spouses in Late Life. Clinical Psychological Science (Vol. 3).
  • Waldinger, R. J., & Schulz, M. S. (2010). What’s love got to do with it? Social functioning, perceived health, and daily happiness in married octogenarians. Psychology and Aging, 25(2), 422–431. https://doi.org/10.1037/a0019087; https://www.adultdevelopmentstudy.org/datacollection

Vortrag: A scientific pursuit of happiness

zentor war Partner der Startup Safari 2019 in München und hat die opening keynote zur Safari Jobmesse im Werk 1 gehalten

Wissenschaftliche Ansätze für ein Streben nach Erfüllung/Glück sind unser Herzensthema — und Grundlage der zentor Plattform. Daher macht uns so ein Vortrag natürlich auch Spaß. Vor Allem, wenn das Publikum mitspielt und sich von ein paar provokanten Fragen nicht aus der Ruhe bringen lässt...

Hier finden Sie ein Mitschnitt des Vortrags vom 25.10.2019 (auf Englisch):

https://youtu.be/CwD-AJvDC2I
zentor founder Dr. Valentin Schellhaas holding the opening keynote

Glücksschmiede

Jeder ist seines Glückes Schmied oder kann man Glück lernen?

Den Ausspruch "Jeder ist seines Glückes Schmied" kannte man schon bei den alten Römern. Im dritten Jahrhundert vor Christus taucht der Satz beim damaligen Konsul Appius Claudius Caecus auf. Noch heute prägt sie unsere Auffassung vom eigenen Glück, die da wäre: jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich. Laut der Redensart, dürfe sich der Mensch, um Erfüllung und Zufriedenheit zu erlangen, nicht auf den Zufall oder die Hilfe anderer verlassen. Mit Ausdauer und Mühe könne jeder sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und glücklich werden. Soweit so gut. Wäre da nicht das Leben. Was ist mit all den Schicksalsschlägen, den nicht gewonnenen Lottogewinnen und dem kleinen Wörtchen „wenn“?

Wenn ich den Porsche in der Garage stehe hätte, wenn mich meine Eltern auf eine bessere Schule geschickt hätten, wenn ich einen anderen Job hätte, wenn ich ein klein bisschen mutiger wäre, wenn ich nur 5 kg weniger hätte …. dann, ja dann wäre glücklich sein so einfach.

Wovon hängt unser Glück ab - Gene, Geld, Gedanken?

Wovon hängt unser Glück denn nun ab? Können wir es selbst in die Hand nehmen oder dominieren äußere Umstände oder sogar unsere Gene, ob und wie glücklich und erfüllt wir im Leben sein können? Diese Frage hat sich 2005 auch eine Forschergruppe um die bekannte Professorin Sonya Lyubomirsky aus Kalifornien gestellt und dabei drei Bereiche identifiziert, die für das eigenen Glückserleben und die Lebenszufriedenheit entscheidend sind:

  • die innere Einstellungen, Ziele, Haltungen,
    Denkmuster
  • die Lebensumstände (Geld, Lebensort, Gesundheit
    etc.)
  • die Gene

Was schätzen Sie, zu welchem Anteil Ihr Glück von diesen drei Faktoren abhängt? Die Antwort mag überraschend klingen: Die Hälfte unseres Glücks bestimmen laut der Studie unsere Gene.
Scheint Ihnen viel? Extrovertierte Menschen sind beispielsweise glücklicher als introvertiertere Personen, da sie typischerweise mehr soziale Kontakte haben, sich häufiger mit Freunden treffen und somit auch mehr Möglichkeiten haben, schöne Dinge zu erleben. Anders sieht es für emotional labilere Menschen aus. Sie sind in der Regel weniger glücklich, weil sie häufig anfälliger für Selbstzweifel und Ängste sind.
Die zweite Hälfte teilen sich die Lebensumstände und unsere innere Einstellung – und zwar im Verhältnis 1:4 sprich 10% machen die Lebensumstände aus und 40% unsere Einstellung. Ob ich einen Porsche oder einen klapprigen Fiat Punto fahre, ob ich verheiratet oder Single bin, sogar ob ich gesund oder im Rollstuhl sitze machen nur 10% meines persönlichen Glücksgefühls aus! Wer hätte das gedacht? Eine Studie amerikanischer Psychologen im Jahr 1978 ergab beispielsweise, dass Lottogewinner nach rund einem Jahr nicht glücklicher waren als Vergleichspersonen. Trotz eines positiven Ereignisses, das uns mit Hochgefühlen belohnte, kehren wir bald wieder zu unserem emotionalen Normalzustand zurück. Dieses Phänomen wird in der Psychologie hedonistische Habituation genannt.
Wonach sollen wir dann streben, wenn uns nicht mal der Lottogewinn dauerhaft glücklich macht? Und hier kommt die gute Nachricht: Oft klopft das Glück schon bei uns an die Tür und wir merken es gar nicht. 40 % des Glücksempfindens entsteht durch unsere innere Einstellung, also dadurch wie wir die Welt wahrnehmen und auf was wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Wenn wir unser Glück nur im Außen suchen, in der Gehaltserhöhung, in der Schönheits-OP oder im nächsten Urlaub, dann verpassen wir vielleicht die leisen Augenblicke des Glücks. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht – oder noch schlimmer, wissen gar nicht wonach wir suchen.

Wann haben Sie das letzte mal herzlich mit einem guten Freund gelacht? Wann haben Sie sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und hatten einen Augenblick Zeit nur für sich allein? Wann waren Sie zuletzt dankbar für einen schönen Moment den Sie erleben durften? Was sind ihre kleinen Momente des Glücks?

Halte dein Glück fest

Leider lässt sich Glück nicht konservieren – es ist ein flüchtiger Zustand. Aber Glück lässt sich kultivieren. Ein Vorschlag: Schreiben Sie Ihre Glücksmomente zwei Wochen lang jeden Abend auf. Ertappen Sie sich selbst beim glücklich sein. Es könnte sein, dass dabei etwas sehr Schönes passiert: die Glücksmomente werden von Tag zu Tag mehr.

Unser Glück ist veränderbar. Jeder von uns kann sein Glück selbst in die Hand nehmen. Machen Sie mehr aus Ihren 40%! Wie? Finden Sie für sich heraus, was Sie zufrieden macht, was ihrem Leben Sinn gibt und probieren Sie das aus. Wir können unser Glück aktiv beeinflussen, aber jeder muss sein eigenes Glück finden oder um im Bild des Hufschmieds zu bleiben: jeder kann das heiße Eisen so schmieden, dass es für sein Leben und seine Persönlichkeit bestmöglich passt.

Photo by Jonathan Bean on Unsplash

Quellen:

  • Brickman, P., Coates, D., & Janoff-Bulman, R. (1978): „Lottery Winners and Accident Victims: Is Happiness Relative?“; Journal of Personality and Social Psychology 1978, Vol. 36, No. 8, 917-927
  • Diener, E., Lucas, R. E. (1999b). Personality and subjective well-being. In D. Kahnemann, E. Diener & N. Schwarz:Well-being: The foundations of hedonic psychology, 213-229
  • Lyubomirsky, S., Sheldon, K. M, & Schokade, D. (2005). Pursuing happiness: The architecture of sustainable change. Review of General Psychology, 9(2), 111-131.

zehn-zehn: World Mental Health Day

Am 10. Oktober ist der Tag der seelischen Gesundheit

40 Sekunden. Statistisch gesehen. So kurz ist die Zeit zwischen zwei Suiziden auf der Welt — und Thema des World Mental Health Days 2019.
Pro Jahr nehmen sich ca. 800.000 Menschen auf der Welt das Leben. In Deutschland sind es jedes Jahr >10.000, das entspricht einem Selbstmord pro Stunde; und ein Selbstmordversuch geschieht alle 5 Minuten. Männer doppelt so häufig wie Frauen, Ostdeutsche häufiger als Westdeutsche.

Die Medien befinden sich beim Thema Suizid in einer verzwickten Lage: berichten sie über Suizid, so ist eine Nachahmung nicht auszuschließen (sog. "Werther-Effekt") – Menschen, die sich in der Geschichte wiedererkennen, sehen den Suizid nun als mögliche Lösung für sich. Ohne Berichterstattung aber bleibt das Bewusstsein für Suizid gering. Generell sind psychische Erkrankungen schon lange ein Tabuthema, insbesondere in Deutschland. Dabei leiden 16% der Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung — am häufigsten an Angststörungen und Depressionen, beides Hochrisikofaktoren für Suizid. Doch darüber wird kaum gesprochen, obwohl es wirksame Therapien gibt und oft eine kleine Portion "Mitmenschlichkeit" den entscheidenen Unterschied ausmachen kann. Die wichtigste Erkenntnis: Suizid kann verhindert werden! Durch genügend Therapieplätze, durch eine flächendeckende Aufklärung der Menschen über Depression, durch gut ausgebildete Allgemeinmediziner, Lehrkräfte und Führungskräfte, die auch das psychische Wohlbefinden ihrer Patienten, Schüler und Mitarbeiter im Blick haben. Und falls es einmal akut brennt, kann die Telefonseelsorge schnell und kostenfrei helfen: 0800 / 111 0 111.

Es ist normal ab und an Hilfe zu brauchen und kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Menschlichkeit. Und das gilt nicht nur für Andere — man vergisst sich in der Hektik des Alltags leider oft selbst. Die wichtigste Prävention ist die eigene Gesundheit ernst zu nehmen, insbesondere die psychische. Am besten geht das durch eine aktive Suche nach erfüllenden Themen und ein bewusstes (und dankbares) Genießen der schönen Momente des Lebens. Nicht nur tieferer Sinn, Engagement und Wertschätzung auch Natur, Bewegung, Ernährung, Schlaf und die kleinen, feinen Dinge des Lebens. Mens sana in corpore sano.

Der World Mental Health Day wurde erstmals 1992 von der World Federation for Mental Health WFMH, einer internationalen NGO mit Präsenz in 90 Ländern, ins Leben gerufen um das Bewusstsein für psychische Gesundheit weltweit zu fördern sowie Prävention und Intervention zu stärken. Neben der WFMH engagiert sich auch die Weltgesundheitsorganisation WHO stark für das Thema psychische Gesundheit und hat für dieses Jahr Suizid als Thema für den 10. Oktober 2019 ausgesprochen.

Rund um die Welt veranstalten Organisationen Vorträge, Tagungen, Konzerte und Treffen. In vielen Ländern erstrecken sich Veranstaltungen über eine ganze Woche rund um den 10.10., so auch in Deutschland. Die Woche der Seelischen Gesundheit vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit listet Veranstaltungen in ganz Deutschland auf ihrer Webseite. Und für die Münchner unter uns findet die 7. Münchner Woche für Seelische Gesundheit vom 08.-18. Oktober statt, mit einer Messe am Samstag, den 12.Oktober von 11-16 Uhr im Gasteig (Eintritt frei).

Vielleicht finden Sie ja eine Veranstaltung die Sie interessiert, um sich für Andere zu engagieren. Oder Sie tun etwas für sich selbst und verabreden sich mit Freunden zum Abendessen oder starten das Projekt, dass Ihnen schon lange am Herzen liegt. Und falls Ihnen dafür noch die passende Plattform fehlt, freuen wir uns über Ihre Anmeldung auf zentor.

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Quellen:

  • Global Burden of Disease Study (https://vizhub.healthdata.org/gbd-compare/)
  • https://en.wikipedia.org/wiki/World_Mental_Health_Day
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Suizid
  • https://aktionswoche.seelischegesundheit.net
  • https://www.woche-seelische-gesundheit.de
  • https://www.who.int/news-room/events/detail/2019/10/10/default-calendar/world-mental-health-day-2019-focus-on-suicide-prevention
  • https://wfmh.global/world-mental-health-day-2019/
  • https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-02/suizid-ostdeutschland-verzweiflung-sterberate-maenner-integration

Alles eine Frage der Einstellung

Leben Optimisten länger?

Eine neue PNAS Studie* hat herausgefunden, dass optimistische Menschen 11-15% längere Lebenserwartung aufwiesen als pessimistische. Als pessimistischer Realist sehe ich das natürlich erst einmal skeptisch... Aber nachdem Realisten in der Studie nicht explizit erhoben wurden, braucht es vielleicht auch kein Urteil darüber. Aber Pessimisten aufgepasst – wenn ihr so weiter macht, werden eure Befürchtungen vielleicht zur selbsterfüllenden Prophezeiung!

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Jetzt aber erst einmal von Anfang an:
Es gibt viele Forschungsprojekte, die Langlebigkeit bei Menschen untersuchen, und einige davon laufen schon – Achtung Flachwitz – seit laaaanger Zeit. Ein Problem bei Langzeitstudien ist immer, dass es schwer ist „Laborkonditionen“ oder echte Experimente (im wissenschaftlichen Sinne) durchzuführen – denn wer lässt sich schon gern ein Leben lang als Versuchskaninchen einsperren oder seine gesamte Umwelt, Verhalten, etc. von irgendeinem verrückten Professor kontrollieren.

Nachdem man also die Einflussfaktoren auf Langlebigkeit nicht steuern kann, versucht man diese wenigstens so gut wie möglich zu erfassen und dann durch statistische Modelle die Bedeutung einzelnen Faktoren mathematisch zu erschließen. Meist werden biologische Faktoren, Gesundheit, Umweltvariablen oder das Verhalten von Studienteilnehmern untersucht. Zwei bekannte Studien in diesem Bereich sind einmal die Adult Development Study* mit Teilnehmern der Harvard University und aus Boston und die Blue Zones Forschung, die fünf Regionen in der Welt untersucht, in denen besonders viele Menschen leben, die über 100 Jahre alt sind.

Eine Erkenntnis der Adult Development Study, die einen Fokus auf zwischenmenschliche Faktoren legt ist, dass gute soziale Bindungen zu besserer Gesundheit und höherer Lebenszufrieden im Alter führen** – dass wir als soziale Wesen also Verbundenheit und Wertschätzung suchen (Wertschätzung ist einer der drei Faktoren in unserem zentor Modell). Die Blue Zones Forschung untersucht u.a. Gemeinsamkeiten in den fünf Regionen für Langlebigkeit, und hat neun Faktoren ausgemacht, die mit höherem Lebensalter korrelieren***. An den ersten beiden Stellen stehen natürliche Bewegung und tieferer Sinn (Sinn ist ein zweiter Faktor in unserem zentor Modell, neben Engagement), soziale Beziehungen sind auch dabei. Eine neuere (noch nicht peer reviewed) Studie**** stellt übrigens einige der Auswahlkriterien für die 5 Blue Zone Regionen in Frage, das sei hier aber nur am Rande erwähnt. So oder so ein spannendes Forschungsfeld.

Die aktuelle PNAS Studie stellt nun den Zusammenhang zwischen Optimismus und Langlebigkeit her. Zwei Kohorten (einmal Frauen einmal Männer) wurden über einen Zeitraum von 10 bzw. 30 Jahren untersucht, in dem Antworten auf Fragebögen, die Optimismus als Persönlichkeitseigenschaft oder Lebenseinstellung erfasst in Bezug zu (späterer) Lebenserwartung gesetzt wurden. Und in der Tat, die Gruppe der „Optimisten“ (oberes Viertel bzw. Fünftel auf den jeweiligen Skalen) hatte eine bis zu 14.9% höhere Lebenserwartung als die Pessimisten – der Einfluss war fast so groß wie niemals eine Diabetes Diagnose erhalten zu haben. Böse überspitzt: „Zucker oder Optimist?“. Und auch nachdem die Ergebnisse mathematisch um Verhaltensdaten und Gesundheitsfaktoren kontrolliert wurden, blieben signifikante Unterschiede bestehen. In der Diskussion verweisen die Autoren dann wie viele andere in dem Forschungsbereich auch auf die Bedeutung psychosozialer Gesundheit für langes, erfüllendes Leben.

Was lernen wir daraus – müssen wir ab sofort alles optimistisch sehen um länger gesund zu bleiben? Wohl kaum. Was aber wohl wichtig zu sein scheint, ist, dass optimistische Menschen sich oft Ziele setzen, und die Zuversicht haben, diese zu erreichen. Denn bei Rückschlägen stehen Optimisten wieder auf. 

Man kann Optimismus anscheinend auch lernen. „Wozu soll das gut sein?“  fragt sich allerdings der Pessimist. Der Realist antwortet: Es geht nicht um Pessimismus oder Optimismus, es geht um Selbstwirksamkeit. Es geht darum, sich ein Ziel zusetzen und daran zu glauben, dass man es auch umsetzen kann. Ein Ziel das Sinn stiftet, das Wertschätzung ermöglicht und Energie für Engagement liefert (siehe unser zentor Modell). 

Solange ich überzeugt bin, dass ich etwas bewegen kann, werde ich wieder aufstehen. Das ist kein Optimismus, das ist Selbstwirksamkeit. Und die kann man lernen. Alles eine Frage der Einstellung.

Ausgewählte Literatur:
* Lee, L. O. et al. (2019). Optimism is associated with exceptional longevity in 2 epidemiologic cohorts of men and women. Proceedings of the National Academy of Sciences, 201900712. 
** Waldinger, R. J., Cohen, S., Schulz, M. S., & Crowell, J. A. (2014). Security of Attachment to Spouses in Late Life. Clinical Psychological Science(Vol. 3)
*** Buettner, D. & Skemp, S. (2016). Blue Zones: Lessons From the World’s Longest Lived. American Journal of Lifestyle Medicine, 10(5), 318–321.
**** Newman, S. J. (2019). Supercentenarians and the oldest-old are concentrated into regions with no birth certificates and short lifespans. BioRxiv, 704080. 


Glücksgriffe

Symbole und Orte des Glücks — mit Tipps für München

Symbole für Glück und Unglück gibt es seit hunderten, manche sogar seit tausenden von Jahren. Kleeblätter, Kaminkehrer, schwarze Katzen von links, zerbrochene Spiegel…

Die Deutung der Symbole als Glück oder Unglück hat dabei oft nachvollziehbare Hintergründe. Im Falle des zerbrochenen Spiegels gibt es z.B. die Theorie, dass die Herstellung der Spiegel früher sehr aufwendig und teuer war, und ein Zerbrechen sehr sprichwörtlich sehr unglücklich war. Etwas mystischer klingt die Theorien, dass man im römischen Reich annahm, der Spiegel fange einen Teil der Seele ein, die beim Zerbrechen vernichtet wurde.

Neben Gegenständen gibt es auch viele Orte, die symbolisch dem Glück zugeordnet werden. Einige davon findet man natürlich auch in München, zentor’s „Heimatstadt“. Und all eingefleischter Münchner sollte man zumindest die wichtigsten kennen. Hier ein kurzer Überblick:

Magische Orte für Glück gibt es auf der ganzen Welt, entstanden durch Mythen, Geschichten mit wahrem Wurzeln oder durch Aberglauben. Ob man durch das Reiben an irgendwelchen Statuen seinem Glück tatsächlich näher kommt, scheint schwer nachvollziehbar.

Andererseits wirken Placebos auch — Zuckerpillen ohne medizinische Wirkstoffe. Und die Intensität der Wirkung erstaunt Wissenschaftlicher seit Jahrzehnten, ohne dass sie dafür eine im klassischen Sinne „wissenschaftlich stichhaltige“ Erklärung gefunden haben. Denn spannenderweise scheinen Placebos selbst dann zu wirken, wenn man weiß, dass es Zucker ist. Der herablassende Einwand früher klinischer Forscher, dass Placebos nur bei „leichtgläubigen“ Patienten wirken, ließ sich nicht halten. Allein die Aufmerksamkeit auf ein Problem oder die Hoffnung, dass irgend etwas wirken könnte, lässt Wirkung häufig wahr werden*. Und das lässt sich durch moderne bildgebende Verfahren manchmal sogar neurologisch feststellen.

Und vielleicht ist es ja genauso mit unseren Symbolen oder Orten für Glück. Allein der kurze Gedanke und die Geste an eine Statue lässt mich für ein Sekunde innehalten, über Glück nachdenken und vielleicht sogar nach Anzeichen Ausschau halten. Schaden kann es ja nicht… Und sobald ich nach Glück Ausschau halte, sehe ich manche Dinge einfacher, die mir sonst vielleicht entgangen wären. Ein Lächeln, ein Sonnenstrahl, eine schöne Blume, ein gutes Essen. Und je positiver ich etwas sehe, umso glücklicher sehe ich aus — was Andere meist wahrnehmen und (zumindest unterbewusst) widerspiegeln. Vielleicht hilft das „Schnauze-Reiben“ ja doch ein bisschen… haben Sie es schon einmal ausprobiert?

 

* siehe z.B. Cure (deutsch: Heilung von Innen) von Jo Marchant


Spitzenglück

Ist Purpose ein Luxusproblem der Verwöhnten und der Millenials?

Der Begriff "Purpose" geistert derzeit wie ein Gespenst durch Medien und Gesellschaft. Firmen versuchen sich an "New Work", Horden von Individuen gehen auf Wanderschaft um sich in der Ferne selbst zu finden, immer neue Bücher zu Purpose füllen immer mehr Regale und es gibt inzwischen haufenweise "Purpose" Seminare (natürlich auch von zentor ...).

Keine der großen Tageszeitungen darf es in diesem Jahr verpassen, mindestens eine Wochenendbeilage oder große Berichterstattung zu dem Thema zu schreiben - am besten mit einem leicht kritischem Unterton: Firmen reiche es nicht mehr, nur gute Produkte herzustellen, sie fühlen sich zu Weltverbesserern berufen ... Oder: die Besserverdiener seien Heuchler wenn sie mehr Sinn statt mehr Geld suchten - bequem mit dem SUV zum Bioladen, ein paar wohltätige Spenden und überteuertes Holzspielzeug für die Kinder... Oder: die verwöhnten Millenials riefen nach Purpose im Job, ohne eine Arbeitsmoral zu kennen und um am Ende sowieso nur das zu tun, worauf sie gerade Lust haben.

Vielleicht fragen sich zurecht einige*, ob das Thema "Purpose" nicht ein vorgetäuschtes Luxusproblem der Verwöhnten ist, insbesondere in einer Arbeitswelt, in der es so viele sinnstiftende, unbesetzte Stellen im Bereich Soziales, Bildung, Pflege und Gesundheitswesen gibt. Aber vielleicht greift die Suche nach Purpose doch tiefer?

Bedürfnispyramide (Illustration nach Maslow, 1970)

Der erste wissenschaftliche Reflex zu dem Thema ist der Griff zur Maslow Pyramide. In der ursprünglichen Fassung (1950) nahm Abraham Maslow an, dass Menschen zuerst nach Befriedigung der unteren Ebenen, der sogenannten "Defizitbedürfnisse" (Essen, Trinken, Schlaf, Sicherheit, Liebe, Anerkennung) streben, bevor ein Wachstumsbedürfnis wie Selbstverwirklichung (die Spitze der Pyramide) eine große Rolle spielt. Eine Nichtbefriedigung insbesondere der Defizitbedürfnisse könne dabei physische oder psychische Störungen hervorrufen. Erst in einer späteren Fassung (1970) ergänzte Maslow, neben zwei Zwischenstufen in den Wachstumsbedürfnissen, die Pyramide um eine neue Spitze mit dem Begriff "Transzendenz" - der sich als Purpose oder tieferer Sinn verstehen lässt. Auch deutet er in dieser Version ein paar Zweifel an der strikt hierarchischen Reihenfolge der Bedürfnisse an.

Und in der Tat: gerade dann, wenn manche Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden, kann das Streben nach tieferem Sinn oder psychologischen Bedürfnissen umso wichtiger werden. Ein besonders bewegendes Beispiel sind die von Viktor Frankl festgehaltenen Erlebnisse eines Psychologen im KZ** - in denen er feststellt, dass diejenigen die sich vorrangig mit den (nicht gestillten) Grundbedürfnissen beschäftigen, schlechtere Gesundheit und Überlebenschancen aufwiesen, als diejenigen, die einen tieferen Sinn trotz oder sogar in ihrem Leid erkannten. In einem gewissen Sinne hatte sich in der Extremsituation des KZ die Maslow'sche Pyramide umgedreht.

Unsere heutige Gesellschaft lässt sich nun (gottseidank) nicht mit einem KZ vergleichen, trotzdem ist eine hierarchische Trennung der Bedürfnisse auch heute nur begrenzt hilfreich. An anderer Stelle haben wir schon einmal hergeleitet, dass die drei wesentlichen Quellen für ein erfüllendes Leben sich vermutlich von den Maslow'schen Bedürfnissen unterscheiden - wir sehen tieferer Sinn, Engagement bzw. Begeisterungsfähigkeit und Wertschätzung als wesentlich an. Und tieferer Sinn oder Purpose wird eben nicht nur erst dann gesucht, wenn Wertschätzung und andere Grundbedürfnisse befriedigt sind. Sinn steht häufig sogar eher am Anfang einer Suche nach einem Plan für das Leben - und ist somit eben kein Luxusproblem der Betuchten. Auch die Suche nach Purpose der Millenials lässt sich als Erkenntnis verstehen, dass ein moderner Job bei allem technischen und gesellschaftlichen Fortschritt niemals ein Grundbedürfnis wie Sicherheit stillen kann. Wenn ein Job also sowieso im Zuge von AI oder Automatisierung vielleicht hinfällig wird, oder sich eine Aufgabe durch neue Technologien und Herausforderungen komplett wandelt, sollte diese mir wenigstens tieferen Sinn geben - folglich richte ich meine Berufswahl darauf aus.

Die Suche danach, uns selbst, unsere Aufgabe und unseren Platz in der Gesellschaft verstehen zu wollen ist so alt wie die Entwicklung der Arbeitsteilung der Menschheit vor tausenden von Jahren. Seit dem Moment an dem wir nicht mehr direkt für unser tägliches Überleben verantwortlich waren, wurde unsere Identität auch durch eine Rolle in der Gemeinschaft geformt. Und solange wir wussten, welchen Sinn unsere Rolle erfüllt, hatten wir Bedeutung.

Je moderner, abstrakter und komplexer unsere Gesellschaft wird, umso mehr verlieren wir den Bezug zu einer Rolle und letztlich unsere Bedeutung und unseren Sinn. In unserem heutigen Bildungs- und Wertesystem wird nun häufig Erfolg und Status als Ersatz für Bedeutung vermittelt - was zwar einerseits zu mehr Fortschritt, Entwicklung und Wohlstand führt. Andererseits erkennen viele derer, die mit hoher Ambition eine Rolle mit Erfolg und Status gesucht haben erst spät, dass sie vielleicht einem schlechten Ersatz für Bedeutung gefolgt sind, der letztendlich doch keinen tieferen Sinn vermittelt. Und dabei ist es unerheblich ob man nun tatsächlich (finanziellen) Erfolg und Status erlangt hat oder diesem nur als Ideal hinterhergelaufen ist.

Die Such nach Sinn ist nach meiner Einschätzung nach nicht eine Frage des Einkommens, sondern eine Frage missgerichteter Ambitionen - und findet sich in allen Bevölkerungsschichten und Einkommensniveaus. Der Auslöser ist nicht gesellschaftlicher Wohlstand, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung, die in ihrer Komplexität und Geschwindigkeit unser Streben nach Bedeutung vor eine neue Herausforderung stellt. Die Generation der Millenials mag dies zuerst auf den Punkt gebracht haben - es betrifft aber alle von uns, die ihre Identität und Ihren Platz in einem "größeren Ganzen" noch nicht gefunden oder noch nie gesucht haben.

Fußnoten
* siehe z.B. https://krautreporter.de/2935-du-findest-deine-arbeit-sinnlos-mach-doch-meinen-job
** Frankl, V. (1946). Trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Ausgewählte Links & Literatur
- https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/unternehmen-auf-sinnsuche-von-kapitalisten-zu-weltverbesserern-16080256.html
- https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rente-gesundheit-studie-1.4552043
- https://www.sueddeutsche.de/wissen/sinn-des-lebens-psychologie-1.4522492
- https://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/handelsblatt-umfrage-der-sinn-hinter-der-arbeit-so-benennen-die-30-dax-konzerne-ihren-purpose/24231702.html
- https://www.zeit.de/campus/2019/01/weltverbesserung-unternehmen-umsatz-sinnhaftigkeit-umwelt-kapitalismus/komplettansicht
- Maslow, A. H. (1970). Motivation and Personality. New York: Harper & Row


zentor in 5 Minuten - denn wir haben ja keine Zeit

Es muss wohl an uns liegen. Wir tun uns schwer mit dem 30 Sekunden "Elevator Pitch". Aber in fünf Minuten bekommen wir zentor erklärt. Versprochen!

Wissen Sie was ein "Accelerator" im Startup Umfeld ist? Bis vor kurzem wusste ich es auch nicht. Hier ist weder das Gaspedal gemeint noch der Teilchenbeschleuniger. Wobei beide gar nicht so weit davon entfernt sind.

Ein Accelerator ist ein besonderes Programm, dass von einem Institut oder Unternehmen geleitet wird, um StartUps zu "beschleunigen". Das heißt Inhalte vermitteln, Ansprechpartner vernetzen und dabei helfen, das Angebot des StartUp noch weiter zu schärfen, um es schneller erfolgreich zu machen. zentor war als eins von zehn Unternehmen bis vor Kurzem im W1 Forward Accelerator Programms des Insurtech Hub Münchens. Neben einem super Netzwerk zur Versicherungsindustrie haben wir dabei viel guten Input zu unserem "Pitch", also unserer Kurzpräsentation bekommen. Am DemoDay durfte ich diese dann vor geladenen Gästen halten — und sie wurde dankenswerterweise aufgezeichnet.

Was uns antreibt und was wir mit zentor noch erreichen wollen? Dieser Clip fasst es auf fünf Minuten gut zusammen — mit einer schönen Intro von Tina, die mit Ihrem Unternehmen Mentessa übrigens das Thema Mentoring revolutioniert. Film ab!